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Challenge – 40 Tage zuckerfrei

Da ich ein großer Verfechter gesunder Ernährung bin und Anfang des Jahres schon einen Monat auf Süßigkeiten verzichtet hatte, wollte ich dieses Mal eine Stufe weiter gehen. Zucker findet man nämlich nicht nur in den offensichtlichen Produkten wie Schokolade und Keksen, sondern auch in vielen Fertigprodukten.

Zum Einstieg kaufte ich mir das Buch Zuckerfrei: Die 40 Tage-Challenge von Hannah Frey. Das Buch ist kein absolutes Muss, gibt jedoch einen ersten guten Einblick in die Challenge. In dem Buch sind auch einige Rezepte für die Challenge enthalten. Wer aber allgemein schon gesund kocht, ist auf die Rezepte nicht unbedingt angewiesen. Ich habe 1 – 2 Rezepte probiert, aber ansonsten lieber versucht, meine üblichen Gerichte an zuckerfrei anzupassen.

Laut dem Buch sollte man während der ersten 30 Tage der Challenge stärkehaltiges Gemüse und Getreide sowie Nudeln, Reis und Kartoffeln meiden und auf Hülsenfrüchte umsteigen. Dies soll Heißhungerattacken vorbeugen. Hieran habe ich mich nur die ersten 5 Tage gehalten.

Allgemein hielt ich mich während der Challenge an das Motto „< 3 g Zucker / 100 g“ und versuchte, Fertiggerichte zu meiden. Auch auf sonstige Süßstoffe verzichtete ich während der Challenge. Lediglich Fructose in Form von frischen Früchten war erlaubt. Ein Fruchtverbot in der Erdbeerzeit wäre auch zu hart gewesen.

Das A und O bei dieser Challenge ist eine gute Vorbereitung. Ich habe mir schon seit Längerem angewöhnt, mich sonntags 2 – 3 Stunden in die Küche zu stellen und mein Essen für die nächste Woche vorzukochen (#mealprep). Da ich unter der Woche oftmals lange arbeite, erspart dies eine Menge Zeit. Mit ein bisschen Übung klappt es auch, parallel mehrere Gerichte zu kochen.

Tage 1 -10

Der erste Schritt zum Start war natürlich der Einkauf. Ich hoffe, mich hat niemand beim Einkaufen allzu genau beobachtet. Ich lief wie eine Irre durch den Supermarkt und studierte bei jedem einzelnen Produkt die Inhaltsstoffe sowie die Nährwerttabelle. Bei den ersten Einkäufen sollte man also definitiv etwas Zeit mitbringen. In puncto stärkehaltiges Gemüse ist mir gleich der erste Fauxpas unterlaufen. Ich habe Rote Beete gekauft. Holla, 8 g Zucker / 100 g!

Ansonsten hielt ich mich an den ersten Tagen auch daran, auf Nudeln, Reis und Kartoffeln zu verzichten. Anstatt Kartoffelpüree gab es selbstgemachtes Hummus. Reis ersetzte ich durch Quinoa und Linsen stellten sich auch als eine gute Alternative bei manchen Gerichten heraus.

Überhaupt nicht gerechnet hatte ich mit den wirklich heftigen Entzugserscheinungen. Schließlich hatte ich vorher auch nicht jeden Tag eine Tafel Schokolade gegessen. Trotzdem fühlte ich mich in den ersten Tagen wie auf einem Drogenentzug. Ich hatte Kopfschmerzen, war müde und schlapp und hatte richtig schlechte Laune. Glücklicherweise legten sich diese Symptome nach etwa 3 Tagen wieder und ich hatte danach auch wieder Lust und Energie für Sport.

In den ersten 10 Tagen bestand auch noch eine gewisse Sehnsucht nach Süßem. Ich blieb jedoch stark. Die erste große Herausforderung stellte dann der Besuch des Andreas Gabalier-Konzerts dar. Da ich vorher noch 3 Stunden Tanzkurs hatte, war mir vorher schon bewusst, dass ich vor Ort noch etwas Essbares auftreiben müssen würde. Um zu verhindern, mich mit Currywurst mit Pommes im Olympiastadion zu erwischen, bereitete ich mir brav einen Nudelsalat vor. Während des Konzerts gab es dann auch nur Wasser.

Was mich in den ersten 10 Tagen wirklich überraschte, ist der versteckte Zucker bei Produkten, bei denen man nicht mit Zucker rechnet. So suchte ich beispielsweise nach einem kleinen Snack im Supermarkt. Dies stellte sich bei einer Zuckerfrei-Challenge als wirklich knifflig heraus. Ich hätte nicht gedacht, dass beispielsweise in Salami-Sticks so viel Zucker enthalten ist. Meine Rettung waren dann Babybel. Käse entwickelte sich generell zu einem meiner besten Freunde während der Challenge.

An Tag 10 gab es dann das erste Highlight der Challenge, die Teilnahme am Firmenlauf in Würzburg. Selbstverständlich suchte man sich den wohl heißesten Tag des Monats für dieses Event aus. Obwohl ich vorher aufgrund der reduzierten Kohlenhydrate und der Hitze Bedenken hatte, legte ich den Firmenlauf mit einer neuen persönlichen Bestzeit ab (7,4 km in 38:07 Min). Dies zeigte mir, dass mein Körper sich wohl langsam auf die neue Ernährungsweise umgestellt hatte.

Tage 11 -20

Nachdem ich die zuckerfreie Ernährung mittlerweile gut in meinen Alltag integriert hatte, stellte der Wochenendtrip nach Helsinki mich vor die nächste Herausforderung. Naja, nicht umsonst heißt es ja 40 Tage-Challenge ;-).

Natürlich konnte ich nicht tonnenweise eigenes Essen mit nach Helsinki schleppen. Im Restaurant war es mir daher nicht möglich, darauf zu achten, mich zuckerfrei zu ernähren. Ich konnte dem Koch schließlich schlecht in der Küche über den Rücken schauen. Ich aß jedoch zumindest nicht explizit Süßigkeiten wie Kuchen oder Eis, deshalb war diese Ausnahme für mich in Ordnung. Im Restaurant bestellte ich den Burger sogar ohne Sauce. Ich muss sagen, schmeckt gar nicht so schlecht, wie man zunächst denkt.

Mein vorläufiger Höhepunkt in der Phase waren übrigens meine Geschäftsreisen. Ich mache zurzeit ein Secondment beim Mandanten und bin dort etwa 2 – 3 Tage in der Woche vor Ort. Die wirklich nicht schlechte Kantine war erstmal tabu. Dies führte dazu, dass ich regelmäßig mit riesigem Koffer anreiste und als erste Amtshandlung die Getränke aus der Minibar räumte, um meine Tupperware mit Essen zu verstauen.

Das zunächst befürchtete Problem Fußball WM 2018 ohne Bier und Snacks, sondern nur mit Wasser und Gemüsesticks, hatte sich ja leider von selbst ziemlich schnell erledigt…

Tage 21 – 30

Diese Phase startete mit meiner Teilnahme an Xletix. Nachdem wir letztes Jahr nur die S-Strecke liefen, entschieden wir uns dieses Mal für die persönliche Herausforderung der M-Strecke. Dies bedeutete 12 km mit 25 Hindernissen. Gleich vorweg: Eine Laugenstange mit etwas Ziegenkäse stellte sich ganz überraschenderweise als einzige Energiereserve vorher nicht wirklich als ausreichend heraus :D. Nach einem halb toten, aber glücklichen Zieleinlauf stürzte ich mich daher auf die Versorgungsstände. Leider war man hier mit einer Zuckerfrei-Challenge richtig schlecht aufgehoben. Neben einem Riegel mit 15 g (!) Zucker / 100 g gab es noch einen Proteindrink mit nicht wirklich besseren Werten und alkoholfreies Bier. Es war daher wohl nur meiner schon bis dahin aufgebauten Selbstdisziplin zu verdanken, dass ich auf dem Rückweg nicht wie ein ausgehungerter Zombie einen Supermarkt ausraubte.

Beim darauffolgenden Partywochenende mit meinen Mädels in Düsseldorf entschied ich mich, beim Alkohol mal eine kleine Ausnahme zu machen. Hierbei wählte ich jedoch das in der Fitnessszene bekannte kalorienärmste Getränk Skinny Bitch (Wodka mit Soda und einem Spritzer Zitrone). Ansonsten hielt ich aber auch hier den Versuchungen stand.

Tage 31 – 40

Mittlerweile hatte ich mich schon so an die zuckerfreie Ernährung gewöhnt, dass es hier gar nichts Besonders mehr zu berichten gibt. Aufgrund des Sommerfestes unserer Kanzlei wusste dann aber jetzt auch jeder Kollege von meiner Challenge. Mit einem Glas Wasser in der Hand fällt man halt auf, wenn man als Frau nicht gerade schwanger ist.

Der Heißhunger war mittlerweile komplett verflogen. Eine gute Abwechslung zum ständigen Wassertrinken stellte kalter Tee dar. Als besonderes Highlight entdeckte ich Schoko Chai Tee für mich. Zusammen mit etwas ungesüßtem Sojadrink wirklich ein Traum. Für die doch zwischendurch auftretende kleine Lust auf Süßes bereitete ich mir in der letzten Woche Aςai-Balls zu.

Fazit

40 Tage zuckerfrei klingen anfangs schlimmer als es tatsächlich ist. Die ersten Tage waren aufgrund der Entzugserscheinungen zwar wirklich hart, aber man merkt sehr schnell, dass der Körper sich umgewöhnt. Heißhungerattacken gehörten in dieser Zeit schnell der Vergangenheit an. Daneben hat sich mein Geschmacksempfinden umgestellt. Im letzten Teil der Challenge bestellte ich ohne Nachzudenken einen Salat, leider mit Balsamicodressing. Das Dressing schmeckte mir dabei in etwa so, als ob man Schokoladensirup über den Salat gekippt hätte.

Da sich die Kohlenhydratzufuhr während der Challenge automatisch reduziert, stellte ich meine Ernährung in dieser Zeit auf leicht ketogen um. Die Challenge hatte daher auch positive Effekte – kommt her, ihr gesunden Fette! Dies hieß dann Bahn frei für meine geliebten Avocados und Nüsse. Käse, vor allem Ziegenkäse, wurde ebenfalls einer meiner neuen besten Freunde. Mein Lieblingssnack während dieser Zeit war körniger Frischkäse mit Avocado und etwas Zitrone. Als Alternative zu Süßem habe ich einige Male auf Tortilla Chips zurückgegriffen. Auch hier muss man jedoch genauestens aufpassen. Chips enthalten ebenfalls meistens Zucker. Es gibt jedoch insbesondere von den bekannten Biomarken auch nur mit Salz gesalzene Tortilla Chips.

Ebenfalls als positiver Effekt hat sich meine Haut durch den Verzicht auf Zucker und auch Alkohol deutlich verbessert. Daneben ist als netter Nebeneffekt zu vermerken, dass ich insbesondere an meiner persönlichen Problemstelle Bauch deutlich abgenommen habe. Dies kann aber auch an dem neu entwickelten Elan und der Energie liegen, die ich aufgrund des Zuckerverzichts entwickelt habe. Sei es auf der Arbeit, beim Sport oder in der Freizeit, ich fühle mich einfach fitter und motivierter.

Nichtsdestotrotz freue ich mich, beispielsweise wieder meine mit Agavendicksaft gesüßten heiß geliebten Riegel von Hej Natural zu essen (nein, ich bekomme kein Geld für die Schleichwerbung ;)) Außerdem sammeln sich mittlerweile ein Haufen zurzeit „verbotener“ Produkte bei mir daheim an, die man irgendwo als Werbegeschenk mitgenommen hat. Ein guter Anlass zum Fastenbrechen bietet daher das kommende Wochenende in Dubrovnik. Bei den Temperaturen wäre ein Eis keine schlechte Idee. Ich bin mal gespannt, wie es mir nach der langen Zeit ohne viel Zucker schmeckt. So richtig hingefiebert habe ich auf den Moment danach eher nicht. Momentan habe ich noch gar keine Lust auf Zucker 🙂

Alles in allem habe ich nach der Challenge ein besseres Gefühl dafür entwickelt, in welchen Produkten versteckter Zucker enthalten ist und ernähre mich nochmals um einiges bewusster. Ich war bestimmt nicht immer 100 % konsequent, aber es geht ja um das Gesamtziel. In Zukunft möchte ich regelmäßig 2 – 3 zuckerfreie Tage pro Woche in meinen Alltag integrieren. Darüber hinaus habe ich gelernt, dass man tatsächlich auch ohne Süßigkeiten überleben kann. Dies werde ich versuchen, ebenfalls öfter umzusetzen.

Kisses, Pia

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