Travel

Game of Dubrovnik

Nachdem ein Teil der Serie Game of Thrones in Dubrovnik gedreht wurde, ist Dubrovnik wohl leider kein Geheimtipp mehr. Die amerikanischen Kreuzfahrtschiffe legen hier im Akkord an und überfluten die Stadt mit Touristen. Nichtsdestotrotz entschied ich mich zusammen mit 2 Freundinnen dazu, Dubrovnik als Ziel eines nächsten Wochenendtrips zu wählen. Auch wenn ich ein Fan der Serie bin, kamen wir nicht unbedingt deshalb auf Dubrovnik. Wer gerne öfter Wochenendtrips unternehmen will, kann sich von der App Weekengo inspirieren lassen. Hier kann man gleich vorab einstellen, wann die Flüge gehen sollen und welche Art von Unterkunft (Einfach, gehoben oder Luxus) man haben möchte. Der Suchlauf spuckt einem dann verschiedene Städte innerhalb Europas aus. Der Vorteil hierbei ist, dass man wirklich auch Städte entdeckt, die man jetzt vielleicht nicht vorrangig auf der Wunschliste hatte. So geschehen auch mit Dubrovnik.

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Dubrovnik ist etwa 21 km vom Flughafen entfernt. Mit dem Taxi zahlt man je nach Verhandlungsgeschick etwa EUR 30,00 – 35,00. Es fährt aber auch ein Bus-Shuttle für HRK 40,00 (etwa EUR 6,00). Der Bus hält dabei direkt im Zentrum neben dem Eingang zur Altstadt. Der öffentliche Nahverkehr ist in Dubrovnik allgemein gut ausgebaut. Unsere Unterkunft, das Hotel Lero, lag etwa 20 Gehminuten von der Altstadt entfernt. Mit dem Bus sind es jedoch nur 3 Stationen, wobei der Ausstieg fast direkt vor dem Hotel ist. Eine Busfahrt kostet bei Kauf des Tickets an einer entsprechenden Verkaufsstelle HRK 12,00 und bei Kauf direkt im Bus HRK 15,00 (um die EUR 2,00).  Das Geld sollte man immer passend haben, die Verkäufer sind nicht so wechselfreundlich.
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Vom Hotel waren wir sehr positiv überrascht. Das Hotel Lero ist zwar ein 4-Sterne-Hotel. Insbesondere in den südeuropäischen Ländern kann man hier aber erfahrungsgemäß nicht einen deutschen Maßstab ansetzen. Unser Hotel stellte sich jedoch als sehr modernes und sauberes Hotel heraus, vergleichbar in etwa mit den bekannten Hotelketten Radisson Blu oder Motel One. Genau das Richtige für einen Wochenendtrip, bei dem man sich bestenfalls nur zum Schlafen im Hotel aufhält. Ok, bei Ankunft erwartete uns erstmal eine böse Überraschung. Trotz Buchung eines Zimmers für 3 Personen fehlte ein Zustellbett. Dem Concierge war dies jedoch sichtlich peinlich, weshalb wir für die erste Nacht 2 Zimmer zugeteilt bekamen. Für unsere zweite Nacht erhielten wir dann ein Upgrade ins Familienzimmer. Also alles wieder verziehen 😊 Das Frühstück war ebenfalls gut und ausreichend. Den kleinen vorhandenen Pool haben wir während unseres Aufenthalts nicht getestet.

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Nach einer erholsamen Nacht ging es dann auf in die Altstadt. Bei Besichtigung der Altstadt empfehle ich, die Touristenmassen zu meiden und lieber die Nebengassen zu erkunden. Die Altstadt ist komplett von der Stadtmauer umschlossen und für Fahrzeuge gesperrt. Die Gassen haben einen typischen südlichen Charme und an einigen Stellen fühlt man sich tatsächlich ein paar Jahrhunderte in die Vergangenheit zurückversetzt. Da an dem Tag 30 Grad plus waren, suchten wir uns nach dem Erkunden der Altstadt ein kleines Café für eine kurze Ruhepause. Hierfür passend stellte sich eins der Cafés heraus, welches sich noch zwischen Stadtmauer und Meer mitten zwischen den Klippen befindet. Von hier hat man einen schönen Ausblick aufs Meer, kann den Klippenspringern zusehen und sich bei Bedarf auch selbst kurz abkühlen. Für die Aussicht bezahlt man aber auch seinen Preis. Ein Softdrink kostete mich umgerechnet über EUR 4,00.

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Nach Erkundung des Hafens genoss ich dann mein erstes Eis nach der Zuckerfrei-Challenge. Ich weiß nicht, ob es an der langen Abstinenz oder einfach am Eis lag, aber ich kann das Eis von Gossip direkt am Hafen sehr empfehlen.

20180721_142105Zum Mittagessen suchten wir uns ein schönes Restaurant in einer der Nebengassen, das Konoba Famoz. Da Dubrovnik am Meer gelegen ist, findet man hier überwiegend Fischrestaurants. Ich entschied mich für das Zucchinirisotto mit Scampi. Die Scampi kamen quasi frisch aus dem Meer zum selbst pulen. Das Essen konnte allgemein alle überzeugen.

Für den Abend hatten wir für 17 Uhr eine Kajaktour gebucht. Bei den Temperaturen im Juli ist dies auch die einzige Zeit, zu der ich hierzu raten würde. Nach einer Einführung durch unsere beiden Guides ging es gleich aufs Wasser. Bei der Kleiderwahl sollte man übrigens zu den Badesachen greifen. Trocken bleibt man während der Tour nämlich nicht wirklich. Außerdem führte uns unsere Tour zu einem kleinen Zwischenstopp in eine Höhle, wo man dann auch schwimmen konnte. Zunächst ging es aber vorbei an der Stadtmauer und dem Hafen. Hier hat man von außen einen schönen Blick auf die Stadt und bekommt vom Guide nochmals ein paar nähere Informationen zu Dubrovnik. Nach dem Zwischenstopp in besagter Höhle eröffnete uns unser Guide, dass der Rückweg einmal um die Insel Lokrum führte. Dies führte uns als einziges reines Frauenboot erstmal kurz vor den Herzinfarkt. Irgendwie wuchsen wir aber über uns hinaus und überlebten den Rundweg um die Insel. Als Belohnung gab es dann einen schönen Blick auf Dubrovnik bei Sonnenuntergang. Die im Anschluss angekündigte Weinverkostung stellte sich als eine Auswahl aus einem Rotwein und einem Weißwein in einer Piccolo-Flasche für jeden heraus. Bemerkungen zum Wein verkneife ich mir als Winzerstochter an dieser Stelle mal 😉 Allgemein sei nochmals angemerkt, dass die für Anfänger ausgewiesene Tour mit insgesamt 8 km nicht ohne war. Für absolute Anfänger würde ich sie daher nicht unbedingt empfehlen.

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Nach der nicht allzu kleinen Sporteinheit plagte uns natürlich der Hunger. Daher suchten wir uns noch ein schönes Restaurant in der Altstadt, das Steakhouse Paparazzo. Preislich wie alles in Dubrovnik eher höher angesiedelt, dafür gab es aber wieder eine leckere Auswahl an Fisch. Das Thunfisch-Steak konnte mich nicht vollends überzeugen. Dafür war aber die Vorspeise mit frittierten Garnelen mit Chilimajonnaise sehr lecker. Das Restaurant vom Nachmittag überzeugte aber insgesamt mehr.

Da wir am nächsten Tag mal wieder nicht wirklich zeitig aus den Federn kamen, erübrigte sich für mich der Rundgang auf der Stadtmauer. Mangels Schatten wurde allgemein empfohlen, diesen nur morgens in der Früh oder am Abend zu gehen. Nur eine Mutige unter uns nahm den Rundgang bei Mittagshitze auch sich. Der Eintritt zur Besichtigung der Stadtmauer kostet HRK 150,00 (ca. EUR 20,00 – 25,00). Dieses Geld investierte ich für die Fähre zur schon am Vortag umpaddelten Insel Lokrum. Die Insel eignet sich super dafür, dem Trubel und der Hitze in der Altstadt mal zu entfliehen. Wie an der Adria üblich bietet die Insel zwar keine Sandstrände. Man kann jedoch von den Felsen aus über Trittleitern zum Schwimmen ins Wasser. Fans von Flora und Fauna kommen im Botanischen Garten auf ihre Kosten. Und selbstverständlich findet man auch hier wieder ein Stück Game of Thrones in Form einer Ausstellung im alten Benediktinerkloster.

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Im Anschluss an den Besuch der Insel folgte noch eines meiner persönlichen Highlights – die Oyster & Sushi Bar Bota Sare. Das Sushi war wirklich überragend lecker. Als Auswahl gab es die bekannten Klassiker, aber auch ein frittiertes Fantasy-Sushi mit Mango und verschiedenen Fischen. Hier sollte man aber definitiv noch Platz für den Nachtisch lassen. Der Dattel-Schokokuchen war überragend!

Danach hieß es schon wieder Abschied nehmen und auf zum Flughafen. Hierbei erwischten wir einen hoch motivierten und total freundlichen Taxifahrer, der sich trotz Festpreis noch die Zeit nahm, mit uns an einem Aussichtspunkt zu halten und Fotos von uns zu schießen.20180722_165232

Auf dem Rückweg ist mir übrigens noch aufgefallen, dass Kotor in Montenegro etwa 71 km entfernt vom Flughafen liegt. Kotor könnte ich mir als eines meiner nächsten Reiseziele im Sommer 2019 vorstellen. Montenegro ist noch eher ein Geheimtipp und hoffentlich noch nicht so touristisch überlaufen.

Alles in allem ist Dubrovnik wirklich eine Reise wert. Man kann hier für ein Wochenende in das südliche Flair im Mittelalter eintauchen, ein bisschen Game of Thrones Luft schnuppern und daneben auch noch verdammt gut essen gehen.

Kisses, Pia

 

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